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News aus der Region News Berlin Kurfürstendamm
Stadtplätze, die kaum begeistern
In der westlichen Innenstadt werden immer mehr Plätze umgestaltet

Manche Plätze rund um den Kurfürstendamm sind schon neu gestaltet, weitere sollen folgen – doch ob es sich wirklich um Aufwertungen handelt, bleibt umstritten. Aktuell lebt vor allem die jahrelange Auseinandersetzung um die Zukunft des Olivaer Platzes in Wilmersdorf wieder auf: Am Mittwochabend beschäftigte sich der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf mit mehr als 800 Einwendungen, die Bürger im Bebauungsplanverfahren schriftlich eingereicht hatten.

Zu den Kritikern gehören Anwohner, Händler, die AG City, die IHK und die CDU.

Am Mittwoch startete die Webseite www.olivaer-platz-retten.de. Dahinter stehen der Bundestagsabgeordnete und Ex-Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler sowie Stefan Evers, Stadtentwickungsexperte der Berliner CDU-Fraktion.

Für einen Einwohnerantrag an die BVV wollen die Umbaugegner 1000 Unterschriften sammeln. Ihr Hauptanliegen ist es, die 123 Parkplätze zu erhalten, da Autofahrer große Probleme hätten, ihren Wagen im Kiez am Ku’damm abzustellen. Dagegen beschloss die rot-grüne Mehrheit im Bezirk schon vor zwei Jahren, alle Stellplätze entfernen, um die Grünanlage zu vergrößern.

Möglichst viele Bäume sollen bleiben

An der Sitzung des Ausschusses nahmen mehr als 50 Anwohner teil. Einige verlangten, Baumfällungen in dem „Biotop“ zu vermeiden. „Wir müssen noch mal über den Baumbestand reden“, stimmte Baustadtrat Marc Schulte (SPD) zu, so sahen es auch die Fraktionen der SPD und der Grünen. Bisher ist geplant, 70 der 148 vorhandenen Bäume zu fällen und dafür 85 neue zu pflanzen. Naturgemäß würde es lange dauern, bis diese so hoch wie die alten werden. Beim Streit ums Parken gab es keine Annäherung.

Anwohner forderten eine Bürgerbefragung, die bisherige Beteiligung reiche nicht aus. Das sah Schulte anders, er listete mehr ein halbes Dutzend Bürgerversammlungen und öffentliche Ausschussberatungen in den vorigen vier Jahren auf. Unter anderem seien Entwürfe im Amerika-Haus diskutiert und ausgestellt worden.

Anrainer kündigen Klagen an

Die Kosten des Umbaus nach Plänen des Büros Rehwaldt Landschaftsarchitekten werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Das Geld stammt aus dem Senatsprogramm „Aktive Zentren“ und muss bis 2019 ausgegeben sein, sonst verfällt der Anspruch. Die Arbeiten sollen 2015 oder spätestens 2016 beginnen. Zum Konzept gehören ein Café statt des Imbisses an der Konstanzer Straße und ein barrierefreier „Inklusions-Spielplatz“ auf der bisherigen Parkplatzfläche, der auf eine Initiative der Linken-Politikerin Marlene Cieschinger und der Piratenfraktion zurückgeht.

Wann es losgeht, hängt auch von möglichen Gerichtsverfahren ab. Eine Anwaltskanzlei am Olivaer Platz hat angekündigt, gegen den Wegfall der Parkplätze zu klagen. Viele Argumente gegen die Planungen hat außerdem der Anwohner und frühere Berliner Fughafenchef Hans-Henning Romberg gesammelt. „Ich scheue mich nicht, als Privatmann zu klagen“, sagte er.

Mangelnde Grünpflege

Einig waren sich Bürger und Politiker aller Parteien nur darin, dass der Park auf dem Olivaer Platz aktuell in einem beklagenswerten Zustand sei und zu wenig gepflegt werde. Hundekot, Urinlachen und Drogenkonsum gehören zu den oft genannten Problemen. Viele Anwohner bezweifeln, dass ein neuer Park daran etwas ändere. Eine nach heutigen Maßstäben gestaltete Anlage lasse sich aber leichter instand halten als eine aus den 1960er Jahren, sagte Stadtrat Schulte. Zusätzlich wünscht er sich „bürgerschaftliches Engagement wie am Lietzensee oder dem Bundesplatz“.

Einzelne Bürger sprachen sich für die geplanten Umbauten aus: Die jetzigen vielen Ecke und Winkel schreckten Kinder und Mütter ab, nachts traue man sich kaum hindurch.

Das Café am Lehniner Platz lässt auf sich warten

Viele Beschwerden gibt es über den recht kahl wirkenden Lehniner Platz gegenüber der Schaubühne. Im Sommer 2012 kamen ein Brunnen, eine Baumreihe, Sitzbänke und eine Boulebahn hinzu – nicht aber das angekündigte Café, das den Platz beleben sollte. Das sei nicht die Schuld des Bezirks, sagt der Baustadtrat.

Geplant war, dass der Betreiber eines früheren Kiosks das Café baut und betreibt. Der Unternehmer sehe sich dazu nicht mehr in der Lage und sei nach Kenntnis der Bezirks pleite, sagt Schulte. Denkbar sei eine Neuausschreibung. Alternativ könnten umliegende Lokale im Sommer Gäste auf dem Platz bewirten.

Friedhofsähnliche Stelen

Viel Kritik hatte es schon nach der Neugestaltung des Mittelstreifens der Tauentzienstraße mit leicht zu pflegenden, aber eintönigen Eibenbeeten gegeben. Tagesspiegel-Leser beschwerten sich außerdem über den ehemaligen Rankeplatz, der seit 2012 Friedrich-Hollaender-Platz heißt. Die neue Gestaltung mit Steinstelen erinnert manche Passanten an einen Friedhof oder das Holocaust-Mahnmal in Mitte. Immerhin gebe es nun einen Brunnen, heißt es dazu vom Bezirk.

Am neuen Urania-Vorplatz fehlt noch was

Vor der Schöneberger Urania wundern sich Passanten unterdessen, warum für 500 000 Euro aus dem Plätzeprogramm des Senats nur eine Asphaltfläche mit eingelassenen goldenen Linien entstanden ist, die als Symbole für die Wissenschaft gedacht sind. Der Tempelhof-Schöneberger Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) weist darauf hin, dass der neue Urania-Vorplatz noch nicht fertig sei, auch wenn er Anfang September feierlich eröffnet wurde. Laut Krüger kommen bald noch vier Bäume und zwei Sitzbänke hinzu.

Urania-Geschäftsführer Ulrich Bleyer lobt die Neugestaltung, weil man den Platz nun mit Sonderveranstaltungen „bespielen“ könne. Zwischen den früheren kleinen Beeten sei das kaum möglich gewesen.
Stadtplätze, die kaum begeistern
In der westlichen Innenstadt werden immer mehr Plätze umgestaltet

Manche Plätze rund um den Kurfürstendamm sind schon neu gestaltet, weitere sollen folgen – doch ob es sich wirklich um Aufwertungen handelt, bleibt umstritten.
In der westlichen Innenstadt werden immer mehr Plätze umgestaltet

Manche Plätze rund um den Kurfürstendamm sind schon neu gestaltet, weitere sollen folgen – doch ob es sich wirklich um Aufwertungen handelt, bleibt umstritten. Aktuell lebt vor allem die jahrelange Auseinandersetzung um die Zukunft des Olivaer Platzes in Wilmersdorf wieder auf: Am Mittwochabend beschäftigte sich der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf mit mehr als 800 Einwendungen, die Bürger im Bebauungsplanverfahren schriftlich eingereicht hatten.

Zu den Kritikern gehören Anwohner, Händler, die AG City, die IHK und die CDU.

Am Mittwoch startete die Webseite www.olivaer-platz-retten.de. Dahinter stehen der Bundestagsabgeordnete und Ex-Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler sowie Stefan Evers, Stadtentwickungsexperte der Berliner CDU-Fraktion.

Für einen Einwohnerantrag an die BVV wollen die Umbaugegner 1000 Unterschriften sammeln. Ihr Hauptanliegen ist es, die 123 Parkplätze zu erhalten, da Autofahrer große Probleme hätten, ihren Wagen im Kiez am Ku’damm abzustellen. Dagegen beschloss die rot-grüne Mehrheit im Bezirk schon vor zwei Jahren, alle Stellplätze entfernen, um die Grünanlage zu vergrößern.

Möglichst viele Bäume sollen bleiben

An der Sitzung des Ausschusses nahmen mehr als 50 Anwohner teil. Einige verlangten, Baumfällungen in dem „Biotop“ zu vermeiden. „Wir müssen noch mal über den Baumbestand reden“, stimmte Baustadtrat Marc Schulte (SPD) zu, so sahen es auch die Fraktionen der SPD und der Grünen. Bisher ist geplant, 70 der 148 vorhandenen Bäume zu fällen und dafür 85 neue zu pflanzen. Naturgemäß würde es lange dauern, bis diese so hoch wie die alten werden. Beim Streit ums Parken gab es keine Annäherung.

Anwohner forderten eine Bürgerbefragung, die bisherige Beteiligung reiche nicht aus. Das sah Schulte anders, er listete mehr ein halbes Dutzend Bürgerversammlungen und öffentliche Ausschussberatungen in den vorigen vier Jahren auf. Unter anderem seien Entwürfe im Amerika-Haus diskutiert und ausgestellt worden.

Anrainer kündigen Klagen an

Die Kosten des Umbaus nach Plänen des Büros Rehwaldt Landschaftsarchitekten werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Das Geld stammt aus dem Senatsprogramm „Aktive Zentren“ und muss bis 2019 ausgegeben sein, sonst verfällt der Anspruch. Die Arbeiten sollen 2015 oder spätestens 2016 beginnen. Zum Konzept gehören ein Café statt des Imbisses an der Konstanzer Straße und ein barrierefreier „Inklusions-Spielplatz“ auf der bisherigen Parkplatzfläche, der auf eine Initiative der Linken-Politikerin Marlene Cieschinger und der Piratenfraktion zurückgeht.

Wann es losgeht, hängt auch von möglichen Gerichtsverfahren ab. Eine Anwaltskanzlei am Olivaer Platz hat angekündigt, gegen den Wegfall der Parkplätze zu klagen. Viele Argumente gegen die Planungen hat außerdem der Anwohner und frühere Berliner Fughafenchef Hans-Henning Romberg gesammelt. „Ich scheue mich nicht, als Privatmann zu klagen“, sagte er.

Mangelnde Grünpflege

Einig waren sich Bürger und Politiker aller Parteien nur darin, dass der Park auf dem Olivaer Platz aktuell in einem beklagenswerten Zustand sei und zu wenig gepflegt werde. Hundekot, Urinlachen und Drogenkonsum gehören zu den oft genannten Problemen. Viele Anwohner bezweifeln, dass ein neuer Park daran etwas ändere. Eine nach heutigen Maßstäben gestaltete Anlage lasse sich aber leichter instand halten als eine aus den 1960er Jahren, sagte Stadtrat Schulte. Zusätzlich wünscht er sich „bürgerschaftliches Engagement wie am Lietzensee oder dem Bundesplatz“.

Einzelne Bürger sprachen sich für die geplanten Umbauten aus: Die jetzigen vielen Ecke und Winkel schreckten Kinder und Mütter ab, nachts traue man sich kaum hindurch.

Das Café am Lehniner Platz lässt auf sich warten

Viele Beschwerden gibt es über den recht kahl wirkenden Lehniner Platz gegenüber der Schaubühne. Im Sommer 2012 kamen ein Brunnen, eine Baumreihe, Sitzbänke und eine Boulebahn hinzu – nicht aber das angekündigte Café, das den Platz beleben sollte. Das sei nicht die Schuld des Bezirks, sagt der Baustadtrat.

Geplant war, dass der Betreiber eines früheren Kiosks das Café baut und betreibt. Der Unternehmer sehe sich dazu nicht mehr in der Lage und sei nach Kenntnis der Bezirks pleite, sagt Schulte. Denkbar sei eine Neuausschreibung. Alternativ könnten umliegende Lokale im Sommer Gäste auf dem Platz bewirten.

Friedhofsähnliche Stelen

Viel Kritik hatte es schon nach der Neugestaltung des Mittelstreifens der Tauentzienstraße mit leicht zu pflegenden, aber eintönigen Eibenbeeten gegeben. Tagesspiegel-Leser beschwerten sich außerdem über den ehemaligen Rankeplatz, der seit 2012 Friedrich-Hollaender-Platz heißt. Die neue Gestaltung mit Steinstelen erinnert manche Passanten an einen Friedhof oder das Holocaust-Mahnmal in Mitte. Immerhin gebe es nun einen Brunnen, heißt es dazu vom Bezirk.

Am neuen Urania-Vorplatz fehlt noch was

Vor der Schöneberger Urania wundern sich Passanten unterdessen, warum für 500 000 Euro aus dem Plätzeprogramm des Senats nur eine Asphaltfläche mit eingelassenen goldenen Linien entstanden ist, die als Symbole für die Wissenschaft gedacht sind. Der Tempelhof-Schöneberger Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) weist darauf hin, dass der neue Urania-Vorplatz noch nicht fertig sei, auch wenn er Anfang September feierlich eröffnet wurde. Laut Krüger kommen bald noch vier Bäume und zwei Sitzbänke hinzu.

Urania-Geschäftsführer Ulrich Bleyer lobt die Neugestaltung, weil man den Platz nun mit Sonderveranstaltungen „bespielen“ könne. Zwischen den früheren kleinen Beeten sei das kaum möglich gewesen.

Der Tagesspiegel, [25.09.2014]; Simulation: Promo

 

 
"O´zapft is" im Hotel Palace Berlin
Erleben Sie besonderes Flair in Dirndl und Lederhosen in der Palace Wies’n Lounge

"O´zapft is" gibt es längst nicht nur in München, sondern auch das Hotel Palace Berlin holt ein Stück Oktoberfest in die Hauptstadt.
Erleben Sie besonderes Flair in Dirndl und Lederhosen in der Palace Wies’n Lounge

"O´zapft is" gibt es längst nicht nur in München, sondern auch das Hotel Palace Berlin holt ein Stück Oktoberfest in die Hauptstadt.

Erleben Sie besonderes Flair in Dirndl und Lederhosen mit kleinen bayerischen Schmankerln und Getränken in der Palace Wies’n Lounge.

Original Münchner Weißwurst, hausgemachter Obazda, Bretz’n, Allgäuer Büble Bierspezialitäten und bayerische Festmusik dürfen natürlich nicht fehlen. Verweilen Sie mit Festbier oder einem Gläschen Champagner mitten im Zentrum der City West.

Vom 20. September bis 5. Oktober 2014
Täglich geöffnet von 10 bis 21 Uhr

Weitere Informationen unter 030 2502-0 oder unter hotel@palace.de.

 
Im Westen viel Neues
Rund um den Kurfürstendamm verändert Berlin sein glänzendes Gesicht

An schmissigen Schlagzeilen über den Kurfürstendamm mangelt es gerade mal wieder nicht – und viele davon zeigen, wie begehrt das Zentrum der westlichen Berliner Innenstadt ist.
Rund um den Kurfürstendamm verändert Berlin sein glänzendes Gesicht

An schmissigen Schlagzeilen über den Kurfürstendamm mangelt es gerade mal wieder nicht – und viele davon zeigen, wie begehrt das Zentrum der westlichen Berliner Innenstadt ist. Rund um Karstadt ist ein Shoppingcenter geplant, für das Ku’damm-Karree mit den zwei Boulevardtheatern interessieren sich neue Investoren, und am östlichen Ende der 3,5 Kilometer langen Straße entsteht das Hochhaus „Upper West“.

Die AG City will sogar die Tauentzienstraße nebenan in Kurfürstendamm umbenennen, blitzt damit jedoch bei Bezirkspolitikern ab.

Alle reden vom neuen Aufschwung des Ku’damms, dessen Entwicklung wir jetzt noch ausführlicher im Ku’damm-Blog zeigen.

„Der Ku'damm ist moderner und internationaler denn je“

Vor allem für die vielen Luxusläden ist der Ku’damm bekannt – auch unter Gangstern, die soeben einen Geldtransporter am Apple-Store und einen Juwelier am Olivaer Platz beraubten. Spitzenmieten für Geschäfte sind auf 300 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Einen „rasanten“ Aufschwung der „absoluten Top-1A-Lage“ sieht die Immobiliengesellschaft CBRE. Der Ku’damm habe „eine traumhafte Entwicklung genommen“ und sei „moderner und internationaler denn je“, findet Klaus-Jürgen Meier, Vorsitzender der AG City.

Etwa 3,76 Millionen Treffer zeigt die Internet-Suchmaschine Google für Berlin und den Kurfürstendamm an – weit mehr als die 2,17 Millionen für die Friedrichstraße in Mitte, von der früher oft behauptet wurde, sie überflügele den angeblich verstaubten alten Westen. Das war aber nie so, wie auch Passantenzählungen von Maklerfirmen bewiesen.

Schaufenster des Westens

Allerdings schließen fast alle Läden um 20 Uhr, und danach ist wenig los. Die größten Menschenmassen hat es in den 1990er Jahren bei der Love Parade gegeben – und beim Mauerfall am 9. November 1989, als das Kranzler-Eck der Sehnsuchtsort vieler Ost-Berliner war. „Schaufenster des Westens“ hießen Ku’damm und Tauentzienstraße in den Zeiten des Kalten Krieges.

Rundum werden immer mehr Wohnungen gebaut

Auch als Wohngegend ist die Umgebung einer der gefragtesten Orte Berlins, vor allem südlich des Ku’damms gab und gibt es viele Neubauten. So legt die Sanus AG am Donnerstag den Grundstein für 221 Wohnungen an der Seesener Straße nahe dem S-Bahnhof Halensee. Im Haus Cumberland und in der Emser Straße entstanden Luxuswohnungen. Die Kleingartenkolonie an der Württembergischen Straße musste mehr als 200 Wohnungen weichen. An der Lietzenburger Straße entstehen die „Charlottenhöfe“ mit 75 Wohnungen und „Concierge- und Butler-Service“. Nur einen Steinwurf entfernt wächst das „Quartier Pariser Straße“ mit 43 Wohnungen an der Stelle der früheren Disko „Madow“ am Olivaer Platz heran. All diese Projekte richten sich an eine zahlungskräftige Klientel.

Der Charlottenburg-Wilmersdorfer Stadtentwicklungsstadtrat Marc Schulte (SPD) lobt die Vielfältigkeit des Ku’damms, der eine Flaniermeile geblieben sei. „Man möchte auf den Plätzen sitzen“, deshalb plane der Bezirk eine Neugestaltung des Joachimsthaler Platzes.

Bei jeder Fußball-WM rollt der Autokorso

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft rollte nach jedem Sieg der deutschen Elf ein langer Autokorso über den Boulevard, der spätestens seit der Fußball-WM 2006 eine inoffizielle Festmeile der Fans ist. Besonders groß ist das Gehupe und Gedränge stets an der Ecke Joachimsthaler Straße vor dem Neuen Kranzler-Eck. Dieser vom Architekten Helmut Jahn entworfene Glaspalast galt nach der Eröffnung im Jahr 2000 als wegweisend für viele weitere Projekte.

Junge Menschen lockt abends wenig

Junge Leute zieht es fast nur tagsüber an den Ku’damm, wo sich Modefilialisten nahe der Gedächtniskirche angesiedelt haben. Die Clubszene dagegen hat sich weitgehend verabschiedet. Zu den wenigen Ausnahmen zählen die „Puro Sky Lounge“ im Europa-Center sowie „Maxxim“, „First“ und „Q-Dorf“ an der Joachimsthaler Straße. Szenekenner der Berliner „Club Commission“ glauben nicht an ein größeres Comeback – dafür seien die Mieten zu hoch.

Nachtschwärmer freuen sich daher über jeden neuen Treffpunkt in der Nähe. Ein Beispiel ist die „Monkey Bar“, die Anfang dieses Jahres im zehnten Stock des Hotels „25hours“am Zoo eröffnete. Der Andrang ist so groß, dass oft Türsteher den Einlass regeln.

Das gastronomische Leben spielt sich vor allem in Seitenstraßen ab

Ältere Berliner vermissen Institutionen wie die Cafés Möhring und Kranzler, Letzteres ist auf seine kleine Rotunde geschrumpft. Die Kaffeekränzchen-Ära scheint vorbei, auch wenn es einige Cafés am Straßenrand gibt – etwa das „Einstein“ am George-Grosz-Platz, „Wohlfahrt’s & Dressler“ im Ku’damm-Karree oder die „Brasserie Le Paris“ im Maison de France. Einem klassischen Kaffeehaus gleicht am ehesten das Ende 2012 eröffnete „Grosz“ im Haus Cumberland mit acht Meter hohen Decken, Jugendstilsäulen und Marmorboden.

Noch immer finden viele Touristen, es gebe zu wenig Gastronomie. Die Lösung scheint jedoch einfach: Man muss nur ein paar Schritte in die Seitenstraßen gehen, wo sich ein Lokal ans nächste reiht.

Menschenschlangen sind abends vor dem Theater und der Komödie am Kurfürstendamm zu sehen. Von den einst zahlreichen Kinos ist dagegen fast keines mehr übrig, in bekannten früheren Spielstätten der Berlinale verkaufen heute Modeläden. Direkt am Boulevard gibt es noch die Astor Film Lounge und das Cinema Paris im Maison de France. Nicht weit entfernt hat Ende 2013 der modernisierte große Zoo-Palast eröffnet, in dem auch wieder die Berlinale gastiert.

In Halensee sind die Menschenströme nicht angekommen

Ruhig geht es im westlichen Straßenteil in Halensee zu, wo der Rathenauplatz das Ende bildet und Wolf Vostells „Beton-Cadillacs“ an den „Skulpturenboulevard“ im Jahr 1987 erinnern. Am S-Bahnhof Halensee hat Ende 2013 ein großer neuer Baumarkt ein eigenes Zeichen gesetzt. Mehrere andere Läden und Lokale im Bereich bis zur Schaubühne am Lehniner Platz stehen leer.

Die Prachtstraße geht auf Bismarck zurück

2011 hatten die Anlieger des Ku’damms dessen 125. Geburtstag gefeiert. Eigentlich ist er viel älter: Kurfürst Joachim II hatte um 1542 einen Reitweg anlegen lassen. Aber erst Otto von Bismarck regte den Ausbau zur 53 Meter breiten Prachtstraße an, zu der ursprünglich noch die heutige Budapester Straße gehörte. Als Geburtstag des Boulevards gilt der 5. Mai 1886, als die erste Dampf-Straßenbahn fuhr. 2016 könnte die AG City das 130. Jubiläum feiern. Ob es wieder ein großes Fest gibt, ist noch offen. Flaniert wird hier sowieso jeden Tag.

Der Tagesspiegel, [24.09.2014]; Simulationen: Promo

 

 

 

 
In der westlichen Innenstadt werden immer mehr Plätze umgestaltet

Manche Plätze rund um den Kurfürstendamm sind schon neu gestaltet, weitere sollen folgen – doch ob es sich wirklich um Aufwertungen handelt, bleibt umstritten. Aktuell lebt vor allem die jahrelange Auseinandersetzung um die Zukunft des Olivaer Platzes in Wilmersdorf wieder auf: Am Mittwochabend beschäftigte sich der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf mit mehr als 800 Einwendungen, die Bürger im Bebauungsplanverfahren schriftlich eingereicht hatten.

Zu den Kritikern gehören Anwohner, Händler, die AG City, die IHK und die CDU.

Am Mittwoch startete die Webseite www.olivaer-platz-retten.de. Dahinter stehen der Bundestagsabgeordnete und Ex-Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler sowie Stefan Evers, Stadtentwickungsexperte der Berliner CDU-Fraktion.

Für einen Einwohnerantrag an die BVV wollen die Umbaugegner 1000 Unterschriften sammeln. Ihr Hauptanliegen ist es, die 123 Parkplätze zu erhalten, da Autofahrer große Probleme hätten, ihren Wagen im Kiez am Ku’damm abzustellen. Dagegen beschloss die rot-grüne Mehrheit im Bezirk schon vor zwei Jahren, alle Stellplätze entfernen, um die Grünanlage zu vergrößern.

Möglichst viele Bäume sollen bleiben

An der Sitzung des Ausschusses nahmen mehr als 50 Anwohner teil. Einige verlangten, Baumfällungen in dem „Biotop“ zu vermeiden. „Wir müssen noch mal über den Baumbestand reden“, stimmte Baustadtrat Marc Schulte (SPD) zu, so sahen es auch die Fraktionen der SPD und der Grünen. Bisher ist geplant, 70 der 148 vorhandenen Bäume zu fällen und dafür 85 neue zu pflanzen. Naturgemäß würde es lange dauern, bis diese so hoch wie die alten werden. Beim Streit ums Parken gab es keine Annäherung.

Anwohner forderten eine Bürgerbefragung, die bisherige Beteiligung reiche nicht aus. Das sah Schulte anders, er listete mehr ein halbes Dutzend Bürgerversammlungen und öffentliche Ausschussberatungen in den vorigen vier Jahren auf. Unter anderem seien Entwürfe im Amerika-Haus diskutiert und ausgestellt worden.

Anrainer kündigen Klagen an

Die Kosten des Umbaus nach Plänen des Büros Rehwaldt Landschaftsarchitekten werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Das Geld stammt aus dem Senatsprogramm „Aktive Zentren“ und muss bis 2019 ausgegeben sein, sonst verfällt der Anspruch. Die Arbeiten sollen 2015 oder spätestens 2016 beginnen. Zum Konzept gehören ein Café statt des Imbisses an der Konstanzer Straße und ein barrierefreier „Inklusions-Spielplatz“ auf der bisherigen Parkplatzfläche, der auf eine Initiative der Linken-Politikerin Marlene Cieschinger und der Piratenfraktion zurückgeht.

Wann es losgeht, hängt auch von möglichen Gerichtsverfahren ab. Eine Anwaltskanzlei am Olivaer Platz hat angekündigt, gegen den Wegfall der Parkplätze zu klagen. Viele Argumente gegen die Planungen hat außerdem der Anwohner und frühere Berliner Fughafenchef Hans-Henning Romberg gesammelt. „Ich scheue mich nicht, als Privatmann zu klagen“, sagte er.

Mangelnde Grünpflege

Einig waren sich Bürger und Politiker aller Parteien nur darin, dass der Park auf dem Olivaer Platz aktuell in einem beklagenswerten Zustand sei und zu wenig gepflegt werde. Hundekot, Urinlachen und Drogenkonsum gehören zu den oft genannten Problemen. Viele Anwohner bezweifeln, dass ein neuer Park daran etwas ändere. Eine nach heutigen Maßstäben gestaltete Anlage lasse sich aber leichter instand halten als eine aus den 1960er Jahren, sagte Stadtrat Schulte. Zusätzlich wünscht er sich „bürgerschaftliches Engagement wie am Lietzensee oder dem Bundesplatz“.

Einzelne Bürger sprachen sich für die geplanten Umbauten aus: Die jetzigen vielen Ecke und Winkel schreckten Kinder und Mütter ab, nachts traue man sich kaum hindurch.

Das Café am Lehniner Platz lässt auf sich warten

Viele Beschwerden gibt es über den recht kahl wirkenden Lehniner Platz gegenüber der Schaubühne. Im Sommer 2012 kamen ein Brunnen, eine Baumreihe, Sitzbänke und eine Boulebahn hinzu – nicht aber das angekündigte Café, das den Platz beleben sollte. Das sei nicht die Schuld des Bezirks, sagt der Baustadtrat.

Geplant war, dass der Betreiber eines früheren Kiosks das Café baut und betreibt. Der Unternehmer sehe sich dazu nicht mehr in der Lage und sei nach Kenntnis der Bezirks pleite, sagt Schulte. Denkbar sei eine Neuausschreibung. Alternativ könnten umliegende Lokale im Sommer Gäste auf dem Platz bewirten.

Friedhofsähnliche Stelen

Viel Kritik hatte es schon nach der Neugestaltung des Mittelstreifens der Tauentzienstraße mit leicht zu pflegenden, aber eintönigen Eibenbeeten gegeben. Tagesspiegel-Leser beschwerten sich außerdem über den ehemaligen Rankeplatz, der seit 2012 Friedrich-Hollaender-Platz heißt. Die neue Gestaltung mit Steinstelen erinnert manche Passanten an einen Friedhof oder das Holocaust-Mahnmal in Mitte. Immerhin gebe es nun einen Brunnen, heißt es dazu vom Bezirk.

Am neuen Urania-Vorplatz fehlt noch was

Vor der Schöneberger Urania wundern sich Passanten unterdessen, warum für 500 000 Euro aus dem Plätzeprogramm des Senats nur eine Asphaltfläche mit eingelassenen goldenen Linien entstanden ist, die als Symbole für die Wissenschaft gedacht sind. Der Tempelhof-Schöneberger Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) weist darauf hin, dass der neue Urania-Vorplatz noch nicht fertig sei, auch wenn er Anfang September feierlich eröffnet wurde. Laut Krüger kommen bald noch vier Bäume und zwei Sitzbänke hinzu.

Urania-Geschäftsführer Ulrich Bleyer lobt die Neugestaltung, weil man den Platz nun mit Sonderveranstaltungen „bespielen“ könne. Zwischen den früheren kleinen Beeten sei das kaum möglich gewesen.

Der Tagesspiegel, [25.09.2014]; Simulation: Promo

 
Erleben Sie besonderes Flair in Dirndl und Lederhosen in der Palace Wies’n Lounge

"O´zapft is" gibt es längst nicht nur in München, sondern auch das Hotel Palace Berlin holt ein Stück Oktoberfest in die Hauptstadt.

Erleben Sie besonderes Flair in Dirndl und Lederhosen mit kleinen bayerischen Schmankerln und Getränken in der Palace Wies’n Lounge.

Original Münchner Weißwurst, hausgemachter Obazda, Bretz’n, Allgäuer Büble Bierspezialitäten und bayerische Festmusik dürfen natürlich nicht fehlen. Verweilen Sie mit Festbier oder einem Gläschen Champagner mitten im Zentrum der City West.

Vom 20. September bis 5. Oktober 2014
Täglich geöffnet von 10 bis 21 Uhr

Weitere Informationen unter 030 2502-0 oder unter hotel@palace.de.

 

 
Rund um den Kurfürstendamm verändert Berlin sein glänzendes Gesicht

An schmissigen Schlagzeilen über den Kurfürstendamm mangelt es gerade mal wieder nicht – und viele davon zeigen, wie begehrt das Zentrum der westlichen Berliner Innenstadt ist. Rund um Karstadt ist ein Shoppingcenter geplant, für das Ku’damm-Karree mit den zwei Boulevardtheatern interessieren sich neue Investoren, und am östlichen Ende der 3,5 Kilometer langen Straße entsteht das Hochhaus „Upper West“.

Die AG City will sogar die Tauentzienstraße nebenan in Kurfürstendamm umbenennen, blitzt damit jedoch bei Bezirkspolitikern ab.

Alle reden vom neuen Aufschwung des Ku’damms, dessen Entwicklung wir jetzt noch ausführlicher im Ku’damm-Blog zeigen.

„Der Ku'damm ist moderner und internationaler denn je“

Vor allem für die vielen Luxusläden ist der Ku’damm bekannt – auch unter Gangstern, die soeben einen Geldtransporter am Apple-Store und einen Juwelier am Olivaer Platz beraubten. Spitzenmieten für Geschäfte sind auf 300 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Einen „rasanten“ Aufschwung der „absoluten Top-1A-Lage“ sieht die Immobiliengesellschaft CBRE. Der Ku’damm habe „eine traumhafte Entwicklung genommen“ und sei „moderner und internationaler denn je“, findet Klaus-Jürgen Meier, Vorsitzender der AG City.

Etwa 3,76 Millionen Treffer zeigt die Internet-Suchmaschine Google für Berlin und den Kurfürstendamm an – weit mehr als die 2,17 Millionen für die Friedrichstraße in Mitte, von der früher oft behauptet wurde, sie überflügele den angeblich verstaubten alten Westen. Das war aber nie so, wie auch Passantenzählungen von Maklerfirmen bewiesen.

Schaufenster des Westens

Allerdings schließen fast alle Läden um 20 Uhr, und danach ist wenig los. Die größten Menschenmassen hat es in den 1990er Jahren bei der Love Parade gegeben – und beim Mauerfall am 9. November 1989, als das Kranzler-Eck der Sehnsuchtsort vieler Ost-Berliner war. „Schaufenster des Westens“ hießen Ku’damm und Tauentzienstraße in den Zeiten des Kalten Krieges.

Rundum werden immer mehr Wohnungen gebaut

Auch als Wohngegend ist die Umgebung einer der gefragtesten Orte Berlins, vor allem südlich des Ku’damms gab und gibt es viele Neubauten. So legt die Sanus AG am Donnerstag den Grundstein für 221 Wohnungen an der Seesener Straße nahe dem S-Bahnhof Halensee. Im Haus Cumberland und in der Emser Straße entstanden Luxuswohnungen. Die Kleingartenkolonie an der Württembergischen Straße musste mehr als 200 Wohnungen weichen. An der Lietzenburger Straße entstehen die „Charlottenhöfe“ mit 75 Wohnungen und „Concierge- und Butler-Service“. Nur einen Steinwurf entfernt wächst das „Quartier Pariser Straße“ mit 43 Wohnungen an der Stelle der früheren Disko „Madow“ am Olivaer Platz heran. All diese Projekte richten sich an eine zahlungskräftige Klientel.

Der Charlottenburg-Wilmersdorfer Stadtentwicklungsstadtrat Marc Schulte (SPD) lobt die Vielfältigkeit des Ku’damms, der eine Flaniermeile geblieben sei. „Man möchte auf den Plätzen sitzen“, deshalb plane der Bezirk eine Neugestaltung des Joachimsthaler Platzes.

Bei jeder Fußball-WM rollt der Autokorso

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft rollte nach jedem Sieg der deutschen Elf ein langer Autokorso über den Boulevard, der spätestens seit der Fußball-WM 2006 eine inoffizielle Festmeile der Fans ist. Besonders groß ist das Gehupe und Gedränge stets an der Ecke Joachimsthaler Straße vor dem Neuen Kranzler-Eck. Dieser vom Architekten Helmut Jahn entworfene Glaspalast galt nach der Eröffnung im Jahr 2000 als wegweisend für viele weitere Projekte.

Junge Menschen lockt abends wenig

Junge Leute zieht es fast nur tagsüber an den Ku’damm, wo sich Modefilialisten nahe der Gedächtniskirche angesiedelt haben. Die Clubszene dagegen hat sich weitgehend verabschiedet. Zu den wenigen Ausnahmen zählen die „Puro Sky Lounge“ im Europa-Center sowie „Maxxim“, „First“ und „Q-Dorf“ an der Joachimsthaler Straße. Szenekenner der Berliner „Club Commission“ glauben nicht an ein größeres Comeback – dafür seien die Mieten zu hoch.

Nachtschwärmer freuen sich daher über jeden neuen Treffpunkt in der Nähe. Ein Beispiel ist die „Monkey Bar“, die Anfang dieses Jahres im zehnten Stock des Hotels „25hours“am Zoo eröffnete. Der Andrang ist so groß, dass oft Türsteher den Einlass regeln.

Das gastronomische Leben spielt sich vor allem in Seitenstraßen ab

Ältere Berliner vermissen Institutionen wie die Cafés Möhring und Kranzler, Letzteres ist auf seine kleine Rotunde geschrumpft. Die Kaffeekränzchen-Ära scheint vorbei, auch wenn es einige Cafés am Straßenrand gibt – etwa das „Einstein“ am George-Grosz-Platz, „Wohlfahrt’s & Dressler“ im Ku’damm-Karree oder die „Brasserie Le Paris“ im Maison de France. Einem klassischen Kaffeehaus gleicht am ehesten das Ende 2012 eröffnete „Grosz“ im Haus Cumberland mit acht Meter hohen Decken, Jugendstilsäulen und Marmorboden.

Noch immer finden viele Touristen, es gebe zu wenig Gastronomie. Die Lösung scheint jedoch einfach: Man muss nur ein paar Schritte in die Seitenstraßen gehen, wo sich ein Lokal ans nächste reiht.

Menschenschlangen sind abends vor dem Theater und der Komödie am Kurfürstendamm zu sehen. Von den einst zahlreichen Kinos ist dagegen fast keines mehr übrig, in bekannten früheren Spielstätten der Berlinale verkaufen heute Modeläden. Direkt am Boulevard gibt es noch die Astor Film Lounge und das Cinema Paris im Maison de France. Nicht weit entfernt hat Ende 2013 der modernisierte große Zoo-Palast eröffnet, in dem auch wieder die Berlinale gastiert.

In Halensee sind die Menschenströme nicht angekommen

Ruhig geht es im westlichen Straßenteil in Halensee zu, wo der Rathenauplatz das Ende bildet und Wolf Vostells „Beton-Cadillacs“ an den „Skulpturenboulevard“ im Jahr 1987 erinnern. Am S-Bahnhof Halensee hat Ende 2013 ein großer neuer Baumarkt ein eigenes Zeichen gesetzt. Mehrere andere Läden und Lokale im Bereich bis zur Schaubühne am Lehniner Platz stehen leer.

Die Prachtstraße geht auf Bismarck zurück

2011 hatten die Anlieger des Ku’damms dessen 125. Geburtstag gefeiert. Eigentlich ist er viel älter: Kurfürst Joachim II hatte um 1542 einen Reitweg anlegen lassen. Aber erst Otto von Bismarck regte den Ausbau zur 53 Meter breiten Prachtstraße an, zu der ursprünglich noch die heutige Budapester Straße gehörte. Als Geburtstag des Boulevards gilt der 5. Mai 1886, als die erste Dampf-Straßenbahn fuhr. 2016 könnte die AG City das 130. Jubiläum feiern. Ob es wieder ein großes Fest gibt, ist noch offen. Flaniert wird hier sowieso jeden Tag.

Der Tagesspiegel, [24.09.2014]; Simulationen: Promo

 
40.004 Läufer sind beim 41. Berlin-Marathon am Start

Nicht der beste Internetzugang hat entschieden, sondern das Glück. Wenn am kommenden Sonntag auf der schnellsten Marathon-Strecke der Welt 40.004 Läufer an den Start gehen, sind 31.000 von ihnen mit einer Art Glücksfaktor unterwegs. Sie haben ihre Startplätze erstmals durch einen Losentscheid erhalten.

Der Veranstalter SCC Events hat dieses Verfahren eingeführt, weil die verfügbaren Startplätze für den vorherigen Jubiläums-Marathon binnen dreieinhalb Stunden im Internet ausgebucht waren. Bei der Verlosung unter 74707 Bewerbern hatten alle die gleiche Chance, sagt SCC-Geschäftsführer Jürgen Lock.

Die Berliner Sportler schneiden sogar etwas besser ab. Während die Zahl der Starter aus Deutschland mit mehr als 17.000 konstant blieb, ist der Anteil der Berliner auf rund 6500 gestiegen, sonst waren nur etwa 5500 Hauptstädter am Start. Unter den insgesamt 130 Nationen stellen die Dänen mit 3500 Sportlern die zweitstärkste Fraktion, dann folgen die Briten mit 3000.

Erstmals gibt es im Netz auch eine interaktive Karte, auf der die Starter Informationen zum Lauf finden, Zuschauer etwas über die 80 Bands an der Strecke erfahren und die Berliner sehen können, ab wann welche Straße gesperrt ist. Am Donnerstag beginnen die Sperrungen auf der Straße des 17. Juni.

Berliner Zeitung, [22.09.2014]

 
Berlin beinahe Schlusslicht in bundesweiter Arbeitslosenstatistik

Laut Arbeitslosenstatistik vom August 2014 verfehlt Berlin den letzten Platz im Bundesländer-Ranking nur um 0,1 Prozent und liegt somit mit 11,1 Prozent Arbeitslosenquote nur knapp vor Bremen. Umfragen haben ergeben, dass von all denen, die Arbeit haben rund jeder zweite unzufrieden mit seinem Job ist.

Unter der Schirmherrschaft des JobPoint Charlottenburg-Wilmersdorf veranstalten die Wilmersdorfer Arcaden am Donnerstag dem 25. September 2014 von 10:00 bis 20:00 Uhr eine ganz besondere Jobmesse. Unter dem Titel "Shop a Job!" haben interessierte Berlinerinnen und Berliner die Möglichkeit direkt auf ihren potenziellen neuen Arbeitgeber zu treffen, Fragen zu stellen, sich beraten zu lassen und vor Ort ihre Bewerbungsunterlagen abzugeben.

Auf dem "Marktplatz" in den Wilmersdorfer Arcaden präsentieren sich insgesamt 49 regionale und internationale Unternehmen. Vom Bäcker über den Friseursalon und Pflegedienst bis hin zum TÜV Rheinland und zu McDonalds sind viele unterschiedliche Branchen vertreten.

 

 
Das Gefühl von "Savoir-Vivre“ und der Ursprung der französischen Küche bleibt bestehen

Nach einer mehrmonatigen und umfangreichen Umgestaltung eröffnete das Restaurant Le Faubourg kürzlich nicht nur mit einem veränderten Interior-Design, sondern auch mit einem ganz neuen gastronomischen Konzept!

Weiterhin bestehen bleibt das Gefühl von "Savoir-Vivre" und der Ursprung der französischen Küche, für das auch schon die "Brasserie" bekannt war. Unter der Leitung von Chef de Cuisine Felix Mielke wird die Interpretation der französischen Küche allerdings noch deutlicher spürbar. Beginnend mit den "Starters to Share" können Sie auf eine einfache und unkonventionelle Weise Ihr gemeinsames Abendessen beginnen.

Bei den Hauptgängen haben Sie stets die Wahl zwischen den traditionellen Zubereitungsweisen und den jeweils modernen Interpretationen des Gerichts. Der Schwerpunkt liegt hier weiterhin auf französischen Gerichten mit regionalen und saisonalen Produkten. Die den Jahreszeiten angepasste Karte bietet auch weiterhin zum Lunch wechselnde Gerichte an, die der neuen Philosophie des Restaurants entsprechen.

Die neue Karte des Restaurants können Sie hier entdecken:

Ein weiteres Highlight ist das überarbeitete Sortiment der Weine, das die Kreationen von Felix Mielke komplementiert. Der jüngste Sommelier Deutschlands, Mathias Brandweiner, berät über die außergewöhnlichen Weine, die vor allem von deutschen und französischen Winzern mit kleinen Familienbetrieben stammen.

Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie das neue Le Faubourg - Maître Robert Skala und das Le Faubourg Team freuen sich auf Sie!

Gerne nehmen wir Ihre Reservierung online oder unter der Nummer 030 800 999 7700 entgegen.

Restaurant Le Faubourg
Augsburger Straße 41
10789 Berlin
030 800 999 7700

 
Drei schwer bewaffnete Maskierte konnten am Sonnabend eine Geldkassette erbeuten und fliehen

Einen Tag nach dem Überfall auf einen Geldtransporter vor dem Apple-Geschäft auf dem Kurfürstendamm fehlt von den Räubern jede Spur. Drei bewaffnete Maskierte hatten am Sonnabend einen Geldbehälter erbeutet und waren anschließend in einem Citröen geflüchtet. Das Auto wurde zwanzig Minuten später in der Bundesallee ausgebrannt aufgefunden. Die Polizei weiß inzwischen, dass die Kennzeichen des Fluchtautos gestohlen waren. Nähere Einzelheiten wurden nicht bekannt. Die Ermittler des Landeskriminalamtes sind gegenwärtig dabei Spuren auszuwerten und Zeugenaussagen zu überprüfen.

So will eine Frau gesehen haben, wie ein Mann kurz vor dem Feuer aus dem Citröen ausgestiegen und in ein anderes weißes Auto eingestiegen ist, das in Richtung Stadtautobahn davon fuhr. Über die Ergebnisse der Auswertung von Handyfotos, die von Zeugen gemacht wurden, äußerte sich die Polizei am Sonntag nicht. Da sei man erst am Anfang, hieß es im Landeskriminalamt. Bislang steht fest, dass gegen 17.50 Uhr vier Maskierte in dem Citröen gegenüber des Apple-Geschäfts anhielten. Drei Männer stiegen aus und liefen zu dem gepanzerten gelben VW-Transporter. Als der Geldbote mit dem Behälter aus dem Geschäft kam, drängten ihn die Täter in den Transporter, stahlen den geladenen Revolver und entrissen ihm den Geldbehälter. Anschließend flüchteten die Männer in ihrem Auto über die Meinekestraße zur Bundesallee.

Großer Ansturm auf das iPhone 6

Verletzt wurde bei dem Überfall niemand. Zur Höhe des Schadens sowie zum Überfall selbst äußerte sich Apple nicht. In der Filiale wird seit vergangenem Freitag unter großem Ansturm das neue iPhone-Modell verkauft. Die Höhe des Schadens sei sechsstellig, vermuten Sicherheitsleute. Nicht ohne Grund würden Spezialfirmen den Transport des Geldes übernehmen.

Indes beschäftigen sich die Ermittler mit der Frage, warum der Geldbote im Laden allein unterwegs war und nicht von seinem Kollegen begleitet wurde. Marcel Kuhlmey, Professor für Polizei und Sicherheitsmanagement an der Hochschule für Wirtschaft und Recht, sagte am Sonntag, dass es in solchen Fällen bundesweite Regeln gebe, die in Unfallvorschriften für Wach- und Sicherungsdienste zusammengefasst sind.

Überfall dauerte nur wenige Minuten

Demnach kann ein Wachschützer allein das Geld transportieren, wenn der Behälter besonders gesichert ist. Unklar ist, warum dessen Kollege, der im Transporter saß, nicht einschritt. Möglicherweise, so Ermittler habe er den Raub nicht mitbekommen, weil er zum einen in der vom Transportraum getrennten Fahrerkabine saß und zum anderen, weil der Überfall nur wenige Minuten dauerte. Vielleicht wollte er sich auch nicht in Gefahr bringen, sagte ein Fahnder.

Ob der Behälter wie üblich mit Farb- oder Gaspatronen ausgerüstet war, wurde nicht bekannt. Zündet eine Patrone, ist das Geld wertlos. Die Technologie sei sehr fortgeschritten, sagen Fachleute. Deshalb hat die Zahl solcher Überfälle stark abgenommen. 2013 registrierte die Polizei zwei Fälle. Einer ereignete sich am 30. Dezember. Zwei maskierte Täter hatten in der Tauentzienstraße vor dem Modehaus Peek&Cloppenburg einen Geldtransporter überfallen. Ihr Fluchtauto wurde später brennend in der Wexstraße gefunden.

Möglicherweise waren es die selben Räuber.

Berliner Zeitung, [21.09.2014]

 
Gottesdienst ist Teil der Predigtreihe zum evangelischen Themenjahr Reformation und Politik

Wolfgang Schäuble MdB, Bundesminister der Finanzen, predigt am Sonntag, den 28. September 2014 um 18:00 Uhr in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin. Reformation und Politik lautet das Thema des Gottesdienstes mit Pfarrerin Cornelia Kulawik. Schäuble beschäftigt sich mit der Frage, wie die individuelle Freiheit des Menschen als eine Folge der Reformation auch im 21. Jahrhundert bewahrt werden kann.

Schäuble macht deutlich, dass diese Freiheit in vielen Regionen dieser Welt erneut durch Krieg, Gewalt, Unterdrückung und Diktatur gefährdet ist. Gleichzeitig hätten Globalisierung und Digitalisierung zu einem Grad an Freiheit geführt, der diese wiederum selbst zu gefährden scheine. Beides zeige einmal mehr: Der Mensch brauche Regeln, einen Rahmen für sein Handeln. Nur dann könne Freiheit auch Verantwortung für sich und seinen Nächsten sein. Ohne diese Verbindung könne es keine wirkliche Freiheit und kein Zusammenleben in Frieden geben, entfaltet Schäuble.

Der Gottesdienst ist Teil der Predigtreihe zum evangelischen Themenjahr Reformation und Politik. Von Anfang an hat die Reformation auch politisch gewirkt. Martin Luther und die anderen Reformatoren bestimmten den Charakter und die Aufgaben von politischer Gewalt und Kirche neu. Ihre Einsichten haben kulturelle Spuren hinterlassen, die bis heute gesellschaftliche Relevanz entfalten. Das Verständnis von Bildung als staatlicher Aufgabe oder eine Neubewertung der Rechtsstellung der Frau gehen auf die Reformation zurück.

In der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin predigen dazu einmal im Monat Vertreterinnen und Vertreter verschiedener politischer Parteien mit evangelischem oder katholischem Hintergrund. In den kommenden Monaten werden Wolfgang Thierse MdB und Konstantin von Notz MdB erwartet.